Unser Bogenschütze am Wolkentor

ist ein wunderbares Beispiel für unser Leben. Für unser Sein, unsere Kraft und Lust und unsere Vergänglichkeit.

Ein Gedicht von Herman Hesse, das wie für ihn entstanden ist.

Uralte Buddha-Figur
in einer japanischen Waldschlucht verwitternd


Gesänftigt und gemagert, vieler Regen
Und vieler Fröste Opfer, grün von Moosen
Gehn deine milden Wangen, deine großen
Gesenkten Lider still dem Ziel entgegen,
Dem willigen Zerfalle, dem Entwerden
Im All, im ungestaltet Grenzenlosen.
Noch kündet die zerrinnende Gebärde
Vom Adel deiner königlichen Sendung
Und sucht doch schon in Feuchte, Schlamm und Erde,
Der Formen ledig, ihres Sinns Vollendung,
Wird morgen Wurzel sein und Laubes Säuseln,
Wird Wasser sein, zu spiegeln Himmels Reinheit,
Wird sich zu Efeu, Algen, Farnen kräuseln, –
Bild allen Wandels in der ewigen Einheit.


Hermann Hesse

 

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