Anleitung für den Flow-Mudra
 

Der Begriff mudra lässt sich auf zweierlei Bedeutungsebenen übersetzen.
Eine Bedeutung ist „Siegel“. Damit ist gemeint, dass der/die Übende in eine äußerliche sichtbare Haltung geht, durch die der innere Zustand sichtbar wird.
Die zweite mystische Übersetzung von mudra bezeichnet diese Übungen als das, was Freude bringt. Von „mud“ – Freude, und „ra“, das was bringt. Das heißt, mudra eröffnen dem Yogi den Weg in die tiefe innere Freude. weil sie es ihm ermöglichen, zu erfahren, dass sein ganzen Sein erfüllt ist mit der göttlichen Kraft.
Sitze in einer aufrechten Haltung, auf einem Sitzkissen, Bänkchen oder Stuhl, gerne auch im Versensitz. Sitze einige Augenblicke in der Stille und beginne dann mit Fingermudra. Sie bündeln die Aufmerksamkeit und erleichtern das ruhige Sitzen. Sie haben eine konzentrative Kraft, lenken den Tastsinn auf unsere Haut, und verstärken den Energiefluss. Sie bewirken einen ruhigen Herzschlag und einen tiefen Atemfluss.
„Werden mehrere mudra zu einem Flow aneinandergereiht (wie in der nachfolgenden Übung) so regen sie das Nervensystem an und fördern die Gedächtnisleistungen, außerdem lockern sie die Finger, die Handgelenke und den gesamten Schultergürtel und Brustkorb“ (DYF 03/2016)

karkata-mudra


Die Geste des Krebses.


Verschränke die gespreizten Finger ineinander.

Jetzt die Finger sinken lassen, so dass die Hände flach werden, führe dann die Arme ausatmend vor den Körper bis vor dein Becken.


Nun die Arme einatmend nach oben über den Kopf führen, dabei die Handflächen zur Decke dehnen.

anjali-mudra


Die Gebets- oder Grußgeste.


Lege ausatmend deine aneinander gelegten Handflächen vor dein Brustbein.

uttarabodhi-mudra

 

Verschränke jetzt die Finger so, dass nur die Zeigefinger lang aneinander liegen und bewege einatmend die Arme nach oben. Die Daumenspitzen berühren sich und sind abgespreizt. Ausatmend lasse die Finger so und senke die Arme nach unten.

ksepana-mudra

 

Geste des Ausgießens und Loslassens.


Die gefalteten Hände zeigen nach unten, die Zeigefinger liegen lang aneinander.

dhyana-mudra

 

Die Geste der leeren Schale.


Einatmend öffne die Hände und führe die Finger in dhyana-mudra. Die linke Hand liegt in der rechten, die Daumenspitzen berühren sich sanft. Das klassische Meditationsmudra im Zen.

Ausatmend löse in einer weichen Bewegung die Finger auseinander, lass die Arme seitlich hängen, die Finger sind leicht gebeugt. Entspanne dabei Schultern und Nacken, überlasse dich dem Atem.
Mit der nächsten Einatmung beginne die Übung erneut, wenn möglich, mit geschlossenen Augen.
Sechs bis acht mal den Flow wiederholen.

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